Assoziierte Knochenerkrankung

Die mit einem symptomatischen Multiplen Myelom einhergehende Knochenerkrankung wird – als Unterstützung und zur Begleitung der systemischen Therapie – medikamentös behandelt. Die Substanzen, die dabei zum Einsatz kommen, die sogenannten Bisphosphonate, sorgen für eine Verringerung der Kalziumkonzentration im Blut und hemmen eine weitere Zerstörung von Knochensubstanz. Sie „kämpfen“ dabei gegen die Osteoklasten, Zellen, die als Gegenspieler der Knochen-aufbauenden Osteoblasten Knochen abbauen.

Bisphosphonate werden bei allen Patienten mit einem Multiplen Myelom eingesetzt (Ausnahme: Patienten, die Medikamente aus dieser Wirkstoffgruppe nicht vertragen oder bei denen andere Gegenanzeigen vorliegen). Sie lindern Schmerzen und unterstützen den Wiederaufbau der Knochensubstanz.

Osteoklasten / Bisphosphonat-Wirkmechanismus

Wie wirken Bisphosphonate?

Die Bisphosphonate „heften sich“ gewissermaßen an die Oberfläche des geschädigten Knochens und stören die Interaktion der Myelomzellen mit den Osteoklasten. Der Zerstörungsprozess des Knochens wird dadurch „gehemmt“, die Knochendichte steigt, und die Heilung des Knochens wird wahrscheinlicher. Auch die Anfälligkeit für Brüche – Frakturen – nimmt ab.

Nebenwirkungen und Risiken einer Bisphosphonat-Behandlung

Eine Bisphosphonat-Behandlung kann sich einschränkend auf die Funktion der Niere auswirken. Wichtig: An den Therapietagen muss der Patient deshalb sehr viel trinken, mehr als zwei bis drei Liter am Tag werden empfohlen. Ein weiteres Risikothema ist der Kieferbereich: Wird der Patient während einer Bisphosphonat-Therapie zahnärztlich behandelt, kann es zu Problemen in den Kieferknochen kommen. In diesem Bereich kann Knochensubstanz absterben.

Empfehlung:

  • Vor Beginn der Bisphosphonat-Therapie und dann halbjährlich sollte der Patient einen Termin mit seinem Zahnarzt vereinbaren.
  • Vor und nach einer größeren Zahnbehandlung muss die Bisphosphonat-Therapie unterbeleiben, Antibiotika sollten eingenommen werden.
Quellen:
  1. Patienten-Handbuch „Multiples Myelom“ Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) 13. überarbeite Auflage, Heidelberg 2014