Histon-Deacetylase (HDAC)-Inhibitoren

Bei den sogenannten Histon-Deacetylase-Inhibitoren handelt es sich um eine Substanzklasse, die in Kombination mit anderen Substanzen zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt wird.

„Histone“ sind – vereinfacht gesagt – Proteine des Zellkerns, um die herum sich der DNA-Strang mit seinen vielen Millionen „Basenpaaren“ „wickelt“.

Beim Multiplen Myelom weisen die Histone weniger sogenannte Acetylgruppen auf, mit der Folge, dass sich bestimmte biochemische Mechanismen in negativer Weise verändern. So „wickelt“ sich die DNA straffer und enger um die Histone herum, und bestimmte Gene, die ein Tumorwachstum hemmen, sind weniger aktiv.

Durch die Histon-Deacetylase-Inhibitoren kann diese Veränderung rückgängig gemacht werden, denn diese Substanzenhemmen bestimmte Prozesse im Zusammenhang mit den Enzym Histon-Acetyltransferase: Die DNA ist lockerer um die Histone gewickelt, und die sogenannten Tumorsuppressor-Gene sind wieder aktiv. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem „epigenetischen Effekt“.

Darüber hinaus wirken Histon-Deacetylase-Inhibitoren auch auf andere Proteine. Letztlich führen alle diese Effekte zum „programmierten Tod“ der bösartigen Myelomzellen.