Klassifikation des Multiplen Myeloms

Das symptomatische Multiple Myelom wird nach den Stadien der Erkrankung klassifiziert. Das ist wichtig sowohl für die Diagnosesicherung als auch für die Therapie und die Einschätzung der Prognose, also des zu erwartenden Krankheitsverlaufs.

Zwei Klassifikationssysteme werden dabei angewendet: die Stadieneinteilung nach Salmon und Durie und die Einteilung, die auf dem International Staging System ISS basiert. Beide Systeme teilen das Krankheitsbild nach etwas unterschiedlich gelagerten Parametern ein, die Klassifikation nach dem ISS ist heute meist gebräuchlicher.

Entscheidend für die Beurteilung, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet, welche Entwicklung sie voraussichtlich nimmt und welche Prognose der Patient zu erwarten hat, sind vor allem zwei Faktoren: die Anzahl der bösartigen Myelomzellen im Körper des Patienten („Tumorlast“) und die spezifischen molekularen Eigenschaften dieser Zellen. Mehr zu diesem Thema unter Knochenmarkdiagnostik.

„Tumorlast“: So wird die Anzahl der Myelomzellen geschätzt

Laborsituation
Wie kann man feststellen, wie viele Myelomzellen sich im Körper des Patienten befinden? Zählen kann die Myelome natürlich niemand, aber es gibt verschiedene Verfahren zur Schätzung. Auf diesen Schätzungen – sowie einigen weiteren Parametern – basieren die Stadieneinteilungen sowohl nach Salmon und Durie als auch nach dem International Staging System.

Analyse der Auswirkungen auf Blutbildung und Knochen

Untersucht wird

  • in welchem Umfang der Hb-Wert (das Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff) abgefallen ist,
  • wie hoch der Kalziumanstieg im Blut ist,
  • welcher Grad an Knochenzerstörung vorliegt,
  • wie hoch die Produktionsrate von monoklonalen Myelomzellen oder Leichtketten ist.

Untersuchung mit bildgebenden Verfahren.

Die Magnetresonanztomografie – angewandt auf den ganzen Körper –
gibt Aufschluss über die Zahl und Verteilung von Myelomzellen.

Quellen:
  1. Patienten-Handbuch „Multiples Myelom“Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelbergund Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT)13. überarbeite Auflage, Heidelberg 2014