Bestrahlung

Myelomzellen reagieren auf radioaktive („ionisierende“) Strahlen, sie sterben mehr oder weniger schnell ab, wenn man sie den Strahlen aussetzt. Denn die Tumorzellen, deren DNA durch Strahlen beeinflusst und verändert wurde, können sich – im Unterschied zu „guten“ Zellen – nicht mehr oder nicht mehr ausreichend selbst „reparieren“. Die Bestrahlung erfolgt – bei der „klassischen“ systemischen Behandlung lokal, das heißt auf die Regionen begrenzt, wo durch das Wachstum der Myelomzellen Knochenschmerzen oder Zerstörungen des Knochengewebes auftreten.

Wirkung und Nebenwirkungen.

Eine Radiotherapie hat in der Regel weniger Nebenwirkungen als eine Chemotherapie. Angewendet wird sie nicht nur mit dem Ziel der Zerstörung von Tumorzellen, sondern auch starke Schmerzen zu lindern, weitere Zerstörungen von Knochen zu hemmen und bei Patienten, die keine Chemotherapie vertragen. Eine Bestrahlung kann auch als Kombinationstherapie zusammen mit einer „Chemo“ angewendet werden. Allerdings sind hier die Gefahren von Nebenwirkungen weit größer, gesundes Knochenmark und der Blutbildungsprozess können gestört werden. Deshalb wird im Rahmen einer Kombinationstherapie die Bestrahlung meist vor dem Beginn der Chemotherapie oder zwischen Behandlungszyklen durchgeführt. Grundsätzlich kann es auch bei der lokalen Anwendung von Strahlen zu akuten, aber auch zu verspäteten Nebenwirkungen kommen, die sich erst nach der Behandlung zeigen. Zu den Nebenwirkungen einer Bestrahlungstherapie gehören unter anderem Hautreaktionen.

Ablauf einer Strahlenbehandlung (Radiotherapie):

  • Information und Vorgespräche
  • Bestrahlungsplanung: Berechnung der optimalen Strahlendosis
  • Definition der zu bestrahlenden Bereiche mit Hilfe von Computertomografie
  • Markierung der relevanten Bereiche mit wasserfester Farbe. Diese Markierung muss für
    die Zeit der Therapie auf der Haut verbleiben.
  • Einstellungskontrolle in einer Bestrahlungssimulation
  • Verteilung der Bestrahlung auf Einzelsitzungen
  • Ambulante Behandlung in einer entsprechenden Klinik oder beim Radiologen
  • Anwendung 5 mal wöchentlich jeweils für wenige Minuten
  • Laufzeit: mehrere Wochen
  • In der Regel lokal begrenzte Anwendung
  • Bei einem isolierten Plastozytom kommt eine Radiotherapie auch nach der Operation zum
    Einsatz
Quellen:
  1. Patienten-Handbuch „Multiples Myelom“ Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) 13. überarbeite Auflage, Heidelberg 2014