Epidemiologie

Das Multiple Myelom eine eher seltene Krebserkrankung. In Deutschland gibt es drei bis sechs Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner pro Jahr. Dabei erkranken mehr Männer als Frauen – im Verhältnis 3:2. Je älter man ist, desto mehr nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung zu. Ein Multiples Myelom ist eine „Krankheit des Alters“: Wenn die Diagnose gestellt wird, sind die meisten Betroffenen im Durchschnitt 65 bis 70 Jahre alt. Nur sehr wenige Menschen erkranken in einem Alter unter 40 Jahren. Im asiatischen Raum und in Afrika tritt die Erkrankung seltener auf als etwa in Westeuropa oder in Nordamerika. Am häufigsten ist das Multiple Myelom bei Afro-Amerikanern.

Das Risiko an einem Multiplen Myelom zu erkranken steigt

  • wenn das Lebensalter fortgeschritten ist,
  • bei männlichem Geschlecht
  • wenn eine MGUS besteht, eine Monoklonale Gammopathie Unbestimmter Signifikanz.

Familiäre Häufung

Das Multiple Myelom ist keine Erbkrankheit im klassischen Sinn, „Vorsorgeprogramme“ innerhalb der Familie gibt es nicht. Allerdings steht fest, dass unter Verwandten ersten Grades – Eltern und Geschwister – das Erkrankungsrisiko etwas erhöht ist. Weiterlesen.

Mögliche Risikofaktoren für eine Erkrankung

„Warum gerade ich?“ Diese Frage kann bei einem Multiplen Myelom, wie bei vielen, vielen anderen Erkrankungen, meist leider nicht oder zumindest nicht abschließend beantwortet werden. Denn warum sich bei bestimmten Menschen ein Multiples Myelom entwickelt, ist weitgehend unbekannt. An der Erforschung der Ursachen wird intensiv gearbeitet. In der Diskussion sind einige Faktoren, die das Risiko erhöhen könnten.

Ionisierende Strahlung

Eine bekannte Tatsache ist, dass bei Menschen, die radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren, das Risiko von Zellschädigungen mit den entsprechenden Folgeerkrankungen – abhängig von Strahlendosis und Dauer – stark erhöht sein kann. So erkranken etwa unter den Atombomben-Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki mehr Menschen an einem Multiplen Myelom als im Vergleich zur restlichen japanischen Bevölkerung.

Risikostoffe

Bei Menschen, die häufig mit Giftstoffen in Berührung kommen, kann das Risiko an einem Multiplen Myelom zu erkranken, erhöht sei. Zu solchen Giftstoffen zählen Pestizide, Dioxine, Asbest, Dieselruß und Lösungsmittel.

Quellen:
  1. Patienten-Handbuch „Multiples Myelom“ Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) 13. überarbeite Auflage, Heidelberg 2014
  2. https://www.myelom.org (zuletzt besucht am 09.04.2018)