Knochenschmerzen

Roentgen
Schmerzen in den Knochen, vor allem im Bereich des Rückens im Bereich der Brust- und Lendenwirbel, sind eines der Kernsymptome eines Multiplen Myeloms. Aber Achtung: Bei den meisten Menschen sind Rückenschmerzen durch Verschleiß verursacht und ein orthopädisches Problem. Durch Schädigung der Knochen bedingte Rückenschmerzen sind selten – beim Multiplen Myelom gehören sie zum Krankheitsbild. Bei den durch ein Multiples Myelom verursachten Knochenschmerzen gibt es sowohl die „schleichenden“ und langsam zunehmenden Schmerzen, als auch Akutschmerzen. Solche plötzlich auftretenden starken Schmerzen deuten auf einen oder mehrere Knochenbrüche, zum Beispiel von Wirbelkörpern, der Rippen oder der langen Röhrenknochen.

Wie kommt es zu diesen Symptomen?

Die maligen Myelomzellen produzieren Substanzen, die das Entstehen sogenannter Osteoklasten begünstigt. Osteoklasten sind die Gegenspieler der Osteoblasten, knochenabbauende Zellen, durch die die „Arbeit“ der Osteoblasten, also der Aufbau von Knochen, behindert wird. Es kommt zu einer Auflösung von Knochensubstanz und zu entsprechenden Knochendefekten (Osteolysen).

Schrotschussschädel
Sind mehr als 30 % der Knochensubstanz „diffus verschwunden“, spricht man von einer Osteoporose, also der „Knochenschwäche“. Unter diesem Krankheitsbild leiden 80 % der von einem Multiplen Myelom Betroffenen. Es kann auch zu lokalen Auflösungen der Knochensubstanz kommen: Diese „Löcher“ im Knochen sind im Röntgen und durch Computertomografie gut zu erkennen. Die Knochenschädigungen machen die Knochen instabil und führen zu Brüchen. Die Wirbelsäule ist häufig betroffen: Wirbelkörper können brechen, die Wirbelsäule sackt in sich zusammen. Häufig wird bei Betroffenen festgestellt, dass sich dadurch die Körpergröße verringert hat. Häufig zeigt sich bei der Röntgenuntersuchung auch der sogenannte „Schrotschussschädel“, Knochenauflösungen im Schädelknochen. Oft sind solche Schäden und Frakturen beziehungsweise die damit einhergehenden starken akuten Schmerzen das erste Anzeichen für das Vorliegen eines Multiplen Myeloms. Durch die Auflösung der Knochensubstanz kommt es zudem zu einer Erhöhung der Kalziumkonzentration im Blut. Mit erheblichen Folgen für bestimmte Organe, etwa die Niere. Mehr dazu in den Abschnitten Chronische Niereninsuffizienz und Akutes Nierenversagen.

Osteoblasten – Osteoklasten

Osteoblasten = knochenaufbauende Zellen

Osteoklasten = knochenabbauende Zellen

Quellen:
  1. Patienten-Handbuch „Multiples Myelom“ Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) 13. überarbeite Auflage, Heidelberg 2014
  2. https://www.myelom.org (zuletzt besucht am 09.04.2018)
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