Infektionen

Wenn aufgrund der Vermehrung der bösartigen Myelomzellen die für die Blutbildung wichtigen Stammzellen aus dem Knochenmark verdrängt werden, hat dies Folgen für die Zusammensetzung des Blutes und das Immunsystem. Weil die Entwicklung der Erythrozyten, also der roten Blutkörperchen, gestört ist, kommt es zu Anämie, Blutarmut, die sich durch Blässe, Kurzatmigkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen bemerkbar macht. Auch die Produktion der Blutplättchen, der Thrombozyten, ist beeinträchtigt. Die Folge können vermehrt auftretende spontane Blutungen sein. Die Abnahme der Menge der weißen Blutkörperchen ist für das Immunsystem kritisch. Denn die Leukozyten sind die entscheidenden Protagonisten, wenn es um den Schutz unseres Immunsystems geht. Gibt es zu wenige weiße Blutkörperchen und zu wenige der entsprechenden Antikörper, steigt die Gefahr von Infektionserkrankungen. Rund ein Viertel aller Patienten mit Multiplem Myelom leiden unter immer wieder auftretenden bakteriellen Infektionskrankheiten, zum Beispiel Entzündungen der Lunge und der Harnwege. Auch Viren haben bei Betroffenen ein leichteres Spiel. So kann es zum Beispiel zu einer Gürtelrose kommen, einer schmerzhaften Form der Herpes-Erkrankung (Herpes Zoster). Grundsätzlich können bakterielle Infektionen mit Hilfe von Antibiotika behandelt werden. Allerdings können schwere Infektionskrankheiten trotz einer Therapie mit Antibiotika lebensbedrohlich werden. Wichtig ist das Gespräch mit dem Arzt. Informieren Sie Ihren Arzt über eventuelle Warnzeichen wie plötzlich auftretendes Fieber. Röntgenuntersuchungen geben Aufschluss darüber, ob eine Lungenentzündung vorliegt.

Quellen:
  1. Patienten-Handbuch „Multiples Myelom“ Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) 13. überarbeite Auflage, Heidelberg 2014
  2. https://www.myelom.org (zuletzt besucht am 09.04.2018)