Akutes Nierenversagen

Niere
Akutes und chronisches Nierenversagen sind zwei unterschiedlich verlaufende Erkrankungen der Niere. Bei der chronischen Form verläuft der Prozess der Nierenfunktionseinschränkung langsam und kann sich über Monate und auch Jahre hinziehen. Bei einem akuten Versagen stellt die Niere innerhalb kurzer Zeit – Tage, Wochen – ihre Arbeit ein. Bei Nichtbehandlung kann Lebensgefahr drohen.

Die Ursachen für ein akutes Nierenversagen sind vielfältig, etwa als Folge von Operationen oder Verletzungen, Infektionen, Harnabflussstörungen oder anderen schweren Erkrankungen. Die Niere kann durch entsprechende Behandlung aber „wieder hergestellt“ und zu ihrer „alten“ Leistungsfähigkeit zurückgeführt werden, wenn entsprechend schnell Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Akutes Nierenversagen ist eine schwerwiegende Erkrankung und führt im Zusammenhang mit einem sogenannten Multiorganversagen häufig zum Tod.

Akutes Nierenversagen und Multiples Myelom.

Menschen, die an einem Multiplen Myelom erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko auch ein akutes Nierenversagen zu erleiden. Verantwortlich dafür ist unter anderem die durch den Abbau von Knochensubstanz bedingte Erhöhung der Kalziumkonzentration im Blut. Vor allem aber sind es biochemische Vorgänge im Zusammenhang mit der Myelom-Erkrankung selbst, die einen schädigenden Einfluss auf die Niere haben.

Wie bereits erwähnt, bilden die bösartigen Myelomzellen monoklonale Eiweißleichtketten. Diese Leichtketten schaden einerseits allein durch ihre übergroße Anzahl dem Nierenorgan, andererseits werden die „Funktionsträger“ der Niere, die sogenannten Nephrone mit ihren sensiblen Kanälchen, von den Eiweißketten „verstopft“ und geschädigt.

Was muss getan werden?

Wichtig ist die Erhaltung beziehungsweise die Wiederherstellung der Nierenfunktion. Dazu kann unter Umständen eine Dialyse erforderlich sein. Entscheidend ist aber, die Produktion der monoklonalen Eiweißleichtketten durch das Myelom zu „hemmen“ und die Konzentration der bösartigen Zellen im Serum zu verringern. Dies geschieht zum Beispiel im Rahmen einer systemischen medikamentösen Therapie – in deren Folge sich auch die Nierenfunktion wieder verbessert. Es muss versucht werden, die Menge der schädigenden Stoffe so rasch wie möglich zu reduzieren. Der Erfolg der Behandlung – Ziel: eine nachhaltige Erholung der Niere – hängt allerdings davon ab, wie lang und in welcher Konzentration die Niere den schädigenden Einflüssen durch die monoklonalen Leichtketten ausgesetzt war.

Quellen:
  1. https://www.myelom.org/component/jdownloads/send/6-nieren/15-01-11-09-dlh-infoblatt-nierenfunktionsstoerungen (zuletzt besucht am 09.04.2018)