Polyneuropathie

Bei einer Polyneuropathie sind verschiedene Bereiche des peripheren Nervensystems betroffen. Im Zusammenhang mit einem Multiplen Myelom kann Polyneuropathie als begleitende Erscheinung der Erkrankung selbst auftreten. Häufiger wird eine Polyneuropathie durch die medikamentöse Myelom-Therapie ausgelöst. Sollten Sie die unten genannten Symptome bei Ihnen feststellen, machen Sie Ihren behandelnden Arzt unbedingt darauf aufmerksam. In der Regel wird Sie Ihr Arzt aber selbst aktiv nach entsprechenden Beschwerden befragen.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Polyneuropathie?

Informieren Sie Ihren umgehend Arzt, wenn Sie folgende Beschwerden haben:

  • Kribbeln, „Ameisenlaufen“, Taubheitsgefühl
  • Probleme in der Motorik: Kraftminderung, Schwierigkeiten bei Alltagsaufgaben wie Hemd zuknöpfen
  • Brennende, elektrisierende, krampfartige Schmerzen („Nadelstiche“, „Umklammerte Beine“)
  • Symptome wie Herzrasen, Schwindel, Durchfälle, bei Männern auch Potenzstörungen

Wie wird eine Polyneuropathie diagnostiziert?

Neben intensiven Gesprächen zum Beschwerdebild des Patienten und neurologischen Untersuchungen zur Prüfung von Sensibilität, Kraft, Reflexen und Vibrationsempfinden wird vor allem die Nervenleitgeschwindigkeit elektrophysiologisch gemessen.

Wodurch wird eine Polyneuropathie im Zusammenhang mit einem Multiplen Myelom ausgelöst?

Eiweißablagerungen um Nerven, Durchblutungsstörungen durch Eiweißvermehrung und eine Amyloidose können unter anderem für das Auftreten einer Polyneuropathie verantwortlich sein.
Myelom-Therapien können ebenfalls zu einer Polyneuropathie führen.

Wie wird eine Polyneuropathie behandelt?

Medikamentöse Behandlung der Symptome und Ursachen des eigentlichen Krankheitsbildes: Es gibt spezielle Medikamente zur Behandlung von „elektrisierenden“ oder „brennenden“ Schmerzen. Während „gängige“ Schmerzmittel meist nichts helfen, zeigen Medikamente, die auch zur Behandlung von Epilepsien oder Depressionen eingesetzt werden, gute Erfolge.

Im Zusammenhang mit Nebenwirkungen durch eine Chemotherapie:

Sollte eine Chemotherapie ursächlich für das Auftreten einer Polyneuropathie sein, kann eventuell das Medikament gewechselt oder die Dosis reduziert werden. Die Umstellung von intravenöser Verabreichung auf eine subkutane Applikation“) bringt häufig eine Verbesserung der Situation.

Physiotherapie: Zur Behandlung und Verbesserung der individuellen Sensorik und Motorik des Patienten.

Quellen:
  1. Patienten-Handbuch „Multiples Myelom“ Medizinische Klinik V, Universitätsklinikum Heidelberg und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) 13. überarbeite Auflage, Heidelberg 2014