Bildgebende Verfahren

Erkrankungen des Knochengewebes, Auflösung von Knochensubstanz und Knochenbrüche treten bei einem Multiplen Myelom in 80 bis 90 % aller Fälle auf. Solche „Defekte“ lassen sich mit sogenannten bildgebenden Verfahren sichtbar machen. Dazu gehören

  • das klassische Röntgen zur Erhebung des Skelettstatus
  • die Computertomografie (CT)
  • die Magnetresonanztomografie (MRT)
  • die Positronenemissionstomografie (PET)

Jedes Verfahren hat bestimmte Vor- und Nachteile und wird je nach Krankheitsbild und -entwicklung unterschiedlich eingesetzt.

Die Röntgenuntersuchung.

CT-Situation generell
Mit der „klassischen“ Röntgenuntersuchung wird der Skelettstatus des Patienten ermittelt. Dieser Status bildet eine der Grundlagen für die Klassifikation des Multiplen Myeloms nach dem System von Salmon und Durie („Stadium I“, „Stadium II“, „Stadium III“). Die Röntgenuntersuchung bietet eine Reihe von Vorteilen wie zum Beispiel die flächendeckende Verfügbarkeit, eine internationale Standardisierung und eine im Vergleich mit der Computertomografie niedrigere Strahlenbelastung für den Patienten. Allerdings hat das Röntgen bei einem Multiplen Myelom auch Schwächen: Ein Verlust von Knochenmasse wird erst deutlich, wenn sich bereits 50 % der Knochenmasse aufgelöst hat. Auch die Differenzierung zu anderen Knochenerkrankungen ist im Röntgenbild mitunter nicht einfach.

Computertomografie (CT).

Die CT ist ein sehr gutes Verfahren, wenn es darum geht, das Ausmaß der Beteiligung der Knochen am Krankheitsbild und die Stabilität der betroffenen Knochenstrukturen festzustellen. Allerdings bringt die Untersuchung eine höhere Strahlenbelastung für den Patienten als das Röntgen. Eine CT kommt zum Einsatz bei Erstdiagnosen und im Fall eines Rezidivs der Erkrankung, bei CT-unterstützter Punktion des Knochenmarks und wenn der Patient eine Magnetresonanztomografie nicht verträgt oder nicht angewendet werden kann, weil sich zum Beispiel Metall im Körper des Patienten befindet.

Magnetresonanztomografie (MRT).

Röntgenbild Multiples Myelom speziell
Bei der MRT – auch mit Kernspintomografie bezeichnet – wird das physikalische Phänomen genutzt, dass menschliches Gewebe unterschiedlich magnetisierbar ist. Moderne MRT-Scanner liefern sehr hochwertige Bilder von Regionen, Organen und Strukturen, und dies ohne Strahlenbelastung für den Patienten. Mit einer MRT, die vor allem in der Erstdiagnose zum Einsatz kommt, kann vor der Zerstörung von Knochen festgestellt werden, ob eine krankhafte Infiltration gegeben ist. Sie erlaubt die Darstellung eines großen Volumens an Knochenmark und die Darstellung von Weichteilen in höchster Auflösung.

Die MRT hat allerdings auch Nachteile. Dazu gehört zum Beispiel, dass viele Patienten unter Ängsten leiden, wenn sie „in der Röhre stecken“, es sich um ein relativ teures Verfahren handelt und bei Patienten mit Herzschrittmachern, Implantaten und anderen „Fremdkörpern“ aus Metall nicht eingesetzt werden kann.

Positronenemissionstomografie (PET).

Die Einsatzmöglichkeiten und der Nutzen der PET bei einem Multiplen Myelom sind noch nicht abschließend geklärt. Über die PET lassen sich bestimmte Stoffwechselvorgänge visualisieren. Das kann zur Bewertung der Prognosesituation vor und nach einer Therapie wichtig sein.

Quellen:
  1. https://www.myelom.org/diagnose-therapie/diagnose/diagnostische-verfahren#bildgebung_zur_darstellung_des_skelettsystems (zuletzt besucht am 09.04.2018)